Jede Organisation kommt irgendwann an den Punkt, wo strategische Entscheidungen über die Zukunft getroffen werden müssen um den Erfolg des Unternehmens langfristig zu sichern. Das Gesellschafts- und Wirtschaftssystem unterliegt einem stetigen Wandel, der sowohl evolutionär als auch revolutionär auftreten kann. Fest steht, das der Wandel jedem lebendigen System innewohnt und dafür sorg, dass das System als Ganzes sich weiterentwickelt. In diesem Zusammenhang wird in der Literatur gerne von selbstorganisierenden Systemen gesprochen, oder auch von den ‚Selbstheilungskräften des Marktes‘. Dabei lässt sich der Wandel in die zwei folgenden Kategorien einordnen.

Extern induzierter Wandel
Um mit diesem Wandel Schritt zu halten, muss auch ein einzelnes Unternehmen sich ständig mit dem Wandel auseinandersetzen – sowohl in der steten Weiterentwicklung als auch in der radikalen Anpassung an revolutionäre Marktphasen. Hier sprechen wir von extern induziertem Wandel. Klassische Beispiele für extern induzierten Wandel sind das Auftauchen neuer Technologien, Märkte und Konkurrenten oder auch in beschränkterem Ausmaße die Änderung im politischen und gesellschaftlichen Umfeld z.B. in Bezug auf das geltende Recht, die Steuern oder die politische Grundausrichtung (Verstaatlichungstendenzen etc.).

• Veränderung der Wettbewerbsstruktur – wirtschaftlich notwendige Unternehmensgröße steigt o Teil-/Unternehmenszukauf um Größe zu schaffen

       o Teil-/Unternehmensverkauf um sich auf eine Nische zu fokussieren bzw. Exit Strategie

       o Strategische Partnerschaft mit Wettbewerber

• Veränderungen der rechtliche Grundbedingungen o Änderung der Gesellschaftsform vor dem Hintergrund von Veränderungen im Gesellschaftsrecht

• Veränderung des steuerlichen Umfeldes

       o Änderung der Gesellschaftsform vor dem Hintergrund von Veränderungen im Steuerrecht

      o Strukturelle Änderungen in der Ablauforganisation aufgrund von steuerlichen Implikationen (Festanstellungsverhältnisse gegenüber Outsourcing

       o Steuersparmodelle

• Änderung im politischen Umfeld (eher selten)

       o Verstaatlichungstendenzen

       o Stärkung des Mitbestimmungsrechts

Intern induzierter Wandel

Das gleiche gilt in ähnlichem Maße auf für den Wandel der aus dem Unternehmen kommt. Hier ist nicht die Veränderung des Marktes maßgebend, sondern dem Unternehmen eigene Tendenzen. Hier spricht man von intern induziertem Wandel. Dies können Fragen um die Nachfolgeregelung im Unternehmen sein, ein Firmenwachstum das die Organisation an die Grenzen bringt und eine Änderung erforderlich macht, oder auch das Wegbrechen von Kernkompetenzen die es nötig machen sich von Teilen des Unternehmens zu trennen.


Nachfolgeregelungen des Firmengründers/-besitzers

• Unternehmensverkauf

• Teilunternehmensverkauf

• Aufteilung des Unternehmens unter Erben/Nachfolgern

• Suche nach Gesellschafter / Partner Wachstumsbedingte Fragestellungen

• Wachstumsstrategie durch organisches Wachstum

• Rechtliche Änderung der Gesellschaft (neue Rechtsform, Aufteilung in operative Einheiten in einer Holding Struktur)

• Teil-/Unternehmenszukauf

• Änderungen der Ablauforganisation – Aufbau von Profitcentern etc

Definition des Carve-Out Es geht hier nicht um die Ausgründung eines Unternehmensteils bzw. das bringen eines Teils an die Börse sondern der Fokus liegt auf der Ausgründung eines Unternehmensteils (sei es Marke, Betriebsteil oder Produktion) im M&A Prozess, d.h. die Fragestellungen die für den potentiellen Käufer des Teilunternehmens zu beachten sind. Zum Thema Equity Carve Out gibt es eine breite Literaturauswahl sowohl im englisch- als auch im deutschsprachigen Bereich.

Unter einem Equity Carve Out (englisch, deutsch etwa: 'Herausschnitzen von Eigenkapital'), teilweise auch Spin out, versteht man eine Form der Desinvestition, bei der ein Konzern Anteile einer Tochtergesellschaft im Zuge einer Neuemission (Initial Public Offering) über die Börse veräußert. Zu unterscheiden ist Equity Carve Out von einem Spin-Off (teilweise auch Spin out genannt)(auf deutsch auch Aufspaltung oder Abspaltung), bei der die bestehenden Aktionäre Aktien an der Tochter "kostenlos" zugeteilt bekommen; dabei werden die gesamten Anteile eines Tochterunternehmens an der Börse notiert.

Bei einem Equity Carve Out hingegen handelt es sich um einen Verkauf von Anteilen, bei dem in der Regel nur eine Minderheit der Anteile des Tochterunternehmens angeboten wird. Der Vorteil für die Muttergesellschaft besteht darin, dass sie die unternehmerische Kontrolle behalten kann und gleichzeitig die Erträge aus dem Börsengang vereinnahmen kann. Nachteilig gegenüber anderen Finanzierungsformen ist, dass das Tochterunternehmen den strengen Kontroll- und Veröffentlichungsvorschriften einer börsennotierten Gesellschaft unterliegt. Außerdem kann die Muttergesellschaft die Besitzverhältnisse für die an den Börsen gehandelten Aktien nicht mehr kontrollieren.